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Bevölkerungsbewegung von Paul Daniel

Veröffentlicht am 29.10.2016

Bevölkerungsbewegung in Friedrichsgrätz.

 

1945 mussten alle Friedrichsgrätzer ihr geliebtes Dorf verlassen. Wenig bekannt ist aber, dass bis ins 19 Jahrhundert ganze Familien Friedrichsgrätz verlassen haben.

Namen wie Pojman, Němec, Pražan, Mach, Fiscal, Stranovský, Elicer, Blasius, Klinský, Šlechta die 1803 noch Besitzer von Anwesen in Friedrichsgrätz waren, gab es später im Dorf nicht mehr.

 

Die Gründe dafür sind vielfältig.

 

1. Schwerer Anfang 1752 wurde Friedrichsgrätz gegründet. Vorgesehen war die neue Kolonie 100 Familien. Jeder Familie wurden damals durchs Los ca. 18 Morgen Land (4,5 Ha) Land zugeteilt.Trotz der schweren Umstände ging die Besiedelung schnell voran. Schon 1755 lebten im Dorf 71 Familien. Davon kamen 67 Familien aus Böhmen, 2 Familien aus Mähren und je eine Familie aus Polen und der Slowakei. !765 standen bereits 90 Häuser teilweise mit 2 Familien belegt. Da aus dem Boden wie Asche kaum etwas heraus zu holen war und die Not und der Hunger sehr groß war, bekam 1769 jeder Siedler noch zusätzlich 4,5 Morgen dazu.Die Grätzer nannten diesen zusätzlichen Anteil „Přidavky“ (Zugabe). Aber auch das konnte die Not nicht auf Dauer lindern.

 

2. Die verschiedenen Glaubensbekenntnise. Der ersten Siedler teilten sich in drei Gruppen Die Lutheraner, die Herrnhuter und die alte böhmische Bruderkirche (jetzt die Reformierten)..

 

3. Die Gründung neuer Siedlungen vor allem in Berlin, Münchhausen, Zelow, Petersgrätz und Wilhelmshort. (Siehe: Aufstellung Seite 2 unten)

 

4. Durch die vielen Kinder in den Familien. Der Besitz konnte nur einmal geteilt werden. Dann gab es statt einem Kolonisten, zwei Halbkolonisten. Die weiteren Kinder wanderten entweder aus, oder sie verarmten.

 

5. Weil manche Familien nur Mädchen hatten und dadurch ihr Name verschwunden ist.

 

6. Obwohl Pastor Štětina in einem Brief an die Kirchenleitung bezeugt, dass die Friedrichsgrätzer treu die Kirche besuchen, hier kaum eheliche Untreue vorkommt, und es nur wenige Trinker unter den Männern gibt, haben doch wohl einige ihren Besitz in Alkohol umgesetzt.

 

Zu Beginn des 19 Jahrhundert waren fast alle 100 Anwesen mit Siedlern besetzt. Im Jahre 1944 waren, laut Steuerliste, nur noch 17 Anwesen im gleichen Familienbesitz. Das sind nur 17% der ursprünglichen Besitzer.

Folgende Anwesen waren 1944 noch im gleichen Familienbesitz wie in den Jahren von 1803 bis 1819:

 

Lfd. Nr.

Hs. Nr.:

Name des Besitzers

Im Jahr

Spitzname

1

8

Karliczek Marie

!803

Musikantka

2

15

Mojsisch Johann und Karl

1813

Rendlík

3

17

Mally Oskar und Adolf

1819

Katčin

4

24

Strezik Adolf

!803

Honzypavlovýho

5

25

Kratochvil Karl

!803

u Fričů

6

29

Wondraczek Johann und Adolf

!803

Kuba

7

36

Radimersky Adolf und Adolf

!803

Adolf s Kassi - Kassenredant

8

37

Radimersky Adolf

!803

Rychtářů

9

48

Mally Paul

!803

Lidův

10

50

Sterzik Karl und Franz

!803

Antoš

11

52

Ohibsky Johann

!803

Latouskejch

12

60

Utikal Karl

1806

Vartýř

13

71

Nowak Johann

1813

Pavlíkův

14

84

Schindler Paul

!803

Korla

15

89

Mally Johann

!808

Galga

16

93

Mally Reinhold und Gustav

!803

Pán und Pekařů

17

96

Kraiczi Paul

!803

Pavel-honzy-pavlovýho

 

 

 

 

 

 

Quellennachweis für Tabelle: Edita Stěřiková Pozvaní do Slezska Seite 506/507

 

Einwohnerbewegung nach: Berlin: 1755 acht Familien

Münchhausen: 1776 sechzehn Familien

Zelow 1802 elf Familien

Petersgrätz: 1832 siebenundfünfzig Familien

Wilhelmshort: 1904 zweiunddreissig Familien

 

 

 

Nürnberg 19.08.2012

 

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